„Die Hexe vom Lumpenwald“
Umwelt-Grusel aus der KuFa

von Jörg Hauswald

Am Nachmittag des 20.06.2010 kehrte in der KuFa Hoyerswerda ein - noch aus endsozialistischen Zeiten stammendes - Theaterstück aus der Feder von Alfons Förster (Brigade Feuerstein) in etwas überarbeiteter Fassung auf die Bühne zurück: „Die Hexe vom Lumpenwald“, klassifiziert als ‚Grusical’; Regie Christian Völker.

Aus dem Programmheft:

„Ein großer Müllhaufen mitten im Wald, und das trotz des Schildes ‚Müllabladen verboten’. Der gute alte Baum ist darüber verärgert, und ständig bringt ein Müllmann der Stink & Stunk GmbH neuen Müll in den Wald. Doch nicht nur der alte Baum ist von der Unvernunft der Menschen betroffen, sondern auch Wind und Wassermann.

Drei FreundeBei einem Waldspaziergang entdecken die drei Freunde Peter Protzmann, Felix Schwarzfuß und deren gemeinsame Liebe Heidelinde Rosenstrauch den Müllhaufen. Felix, der gemütliche Lebensgenießer, ist fasziniert, während die umweltbewusste Heidelinde entsetzt ist. Peter, ein egoistischer Sportfanatiker, stochert neugierig im Müllberg herum. Plötzlich regt sich etwas im Müll - die Lumpenhexe ist zum Leben erwacht. Diese ernährt sich ausschließlich von Unrat und Müll…“

Die Form des Märchens soll dabei alltägliche Lebenssituationen in einer besonderen Weise darstellen, welche die Augen öffnet: Nicht nur für die Probleme der Umwelt, sondern auch für das menschliche Miteinander und für die eigene Position und Haltung. Im Stück geht es dabei um positive wie negative Dinge: Liebe und Freundschaft, Hass und Egoismus.

HexeDie dahinplätschernden Lebensinhalte der Freunde Felix, Heidelinde und Peter symbolisieren deutlich den mangelnden Bezug vieler Jugendlicher zur Natur, der Grundlage unseres Lebens. Auch deren personifizierte Vertreter Baum, Wasser(mann) und Wind können sich bei den Dreien nicht verständlich machen. Erst eine immer stärker werdende Lumpenhexe, bezeichnender Weise mit einem privaten(!), illegal handelnden Müllentsorgungsunternehmen im Rücken, führt dazu, dass man sich zu gemeinsamem Handeln zusammenschließt und der Geschichte, wie in fast allen Märchen, ein gutes Ende geben kann.

In der Premiere der Wiederaufführung schien die Umsetzung des Stückes dann leider doch etwas problematisch. Das Haus war reichlich gefüllt, und so war das Lampenfieber bei allen Akteuren vor und während des Auftritts verständlich. Zusätzliche kleine Technikprobleme erschwerten aber das Textverständnis für das Publikum, sorgten außerdem auch für Irritation auf der Bühne. Und die gesangliche Umsetzung der speziell für das Stück geschriebenen Titel ließ ebenfalls Wünsche offen.

Am überzeugendsten im gesamten Grusical waren für mich vor allem die darstellerischen Leistungen von Fabien Wüstenhagen als Felix und Jessica Züchner als Heidelinde. Vielleicht war die Premiere zu früh angesetzt, so dass der Maßstab, den das Kufa-Ensemble mit den Wiederaufführungen von "Malwina" und "Raskadonien" gesetzt hatte, doch noch nicht ganz erreicht wurde.

Fazit: Von der Geschichte her ein sehr interessantes Stück, das mit den nächsten Aufführungen auf eine bessere Umsetzung hoffen lässt. Die sollen kommen, in HoyWoy und Umgebung.

Ensemble

siehe auch:
Programm Vereinstreffen
Bericht Vereinstreffen

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letzte Änderung: 2010-09-21T22:03+0200